Grenzen



Grenzen für Bewegungsjagden

Die Bewegungsjagd ist eine sinnvolle Ergänzung zur Einzeljagd und eine Jagdme- thode, bei der bei vermindertem Jagddruck tierschutzgerecht ein wesentlicher Teil des Abschusses vollzogen werden kann.

Im Grunde genommen handelt es sich bei der Bewegungsjagd um die Fortentwick- lung der traditionellen Stöber- und Riegeljagden auf großer Fläche. Ihre Anwendungsbereiche liegen insbesondere dort, wo naturnahe, aber

unüber- sichtlich gewordene Waldgebiete den Einblick in den tatsächlichen Wildbestand er- schweren oder wo bestimmte Schalenwildarten (z.B. Schwarzwild) ein revierüber- greifendes Management erfordern.

Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Anwendung der Jagdart „Bewe- gungsjagd“ auch Grenzen gesetzt sind. Beim Einsatz des Instruments „Bewegungsjagd“ sind folgende Grenzen zu beachten:


  • Strukturelle Grenzen

Die Durchführung von Bewegungsjagden kann begrenzt sein oder ist nicht möglich in Jagdrevieren mit vielen Verkehrswegen, Siedlungsflächen und einer starken Erholungsnutzung kleinen, schmalen Revieren oder Revierteilen (Wald- oder Feldholzinseln) mit zahlreichen Jagdgrenzen.


  • Grenzen durch Bewuchs

Die Durchführung von Bewegungsjagden kann begrenzt sein oder ist nicht möglich in Naturverjüngungsflächen (ab etwa 20 ha Größe), insbesondere ehemaligen Sturmflächen: Hier sind Rückegassen keine Lösung, weil diese mit 4 m Breite zum Anspre- chen und Antragen eines sauberen Schusses zu schmal sind. Deshalb wird empfohlen bei großflächigen Naturverjüngungen oder Waldflächen mit unter- schiedlichen Bewuchsstrukturen, wenige Treiber

und 1-2 Hundeführer so ein- zusetzen, dass sie diesen Teil des Treibens mehrfach beunruhigen und die Hunde „gestaffelt“ zum Stöbern schnallen. Wenn absehbar ist, dass das Wild aus Naturverjüngungen und Jungwuchsflä- chen nicht herausgedrückt werden kann, wird empfohlen, die Einzeljagd an der Kirrung der Bewegungsjagd vorziehen. in großflächigen Maisschlägen (> 30 ha): Problem Hundeeinsatz (vgl. dort), Sicherheitsrisiko für Schützen und Treiber, Anbaustruktur in der Feldflur (schmale Wege zwischen Schlägen, hoher Bewuchs) lassen sichere Schüsse nicht zu.


  • Grenzen durch Witterung

Schlechte Sicht, Nebel, Glatteis auf Wegen, Harschschnee, starker Schneefall, hohe Schneelage, Sturm, insbesondere bei Schneebruchgefahr, setzen der Jagdart Gren- zen. Bei unvorhergesehenem Eintreten ungünstiger Witterungsverhältnisse vor o- der während der Jagd sollte die Jagd (kurzfristig) abgesagt bzw. abgebrochen werden. Ansonsten wird das Wild nur beunruhigt ohne den angestrebten Er- folg zu erreichen und die Jagdteilnehmer werden unnötig gefährdet.