Jagdleitung

Jagdleitung

Die Jagdleitung umfasst eine Vielzahl von Aufgaben vor, während und

nach der Jagd. Sie ist v.a. für die reibungslose Organisation und den

Ablauf der Jagd verant- wortlich. Ein Problem ist, dass sich bei

Bewegungsjagden – auch bei der Jagdleitung

– in verschiedenen Bereichen Nachlässigkeiten eingebürgert haben. Dies

darf aus Gründen der jagdrechtlichen Vorgaben, des Tierschutzes, der

Waidgerechtigkeit und der Verwertbarkeit des erlegten Wildes nicht

akzeptiert werden. Eine konsequente Jagdleitung ist deshalb mehr denn je

gefragt.


Begrüßung und Einführung

Der Jagdleiter muss vor der Jagd die genauen Regeln mit

unmissverständlichen Worten benennen. Allgemeine Hinweise auf die

Unfallverhütungsvorschriften und die Eigenverantwortlichkeit der

Schützen genügen nicht.

Es sind folgende Punkte anzusprechen:

Kontrolle der Jagdscheine vor dem Jagdbeginn: Schützen mit fehlendem

Jagdschein müssen auch im Eigeninteresse der rechtlichen Absicherung des

Jagdleiters ohne Ansehen der Person bei den Schützen ausgeschlossen

wer- den; sie dürfen nur als Treiber an der Jagd teilnehmen.

Inhaber von Jugendjagdscheinen dürfen nicht als Schützen, sondern nur als

Treiber an der Jagd teilnehmen.

Genaue Bekanntgabe der zum Erlegen freigegebenen Wildarten und Ge- schlechter

Einweisung:

-- Schützenführer und Treibergruppen

-- Hundeführer für Treiben und Nachsuchen

Hinweis, dass Waffen außerhalb des Treibens stets ungeladen, mit geöffne- tem Verschluss bzw. abgekippt zu tragen sind

Angaben zu den Treiben:

-- Zahl und Dauer der Treiben

-- Beginn und Ende der Treiben (nach der Uhr oder nach An- und Abblasen)

-- Richtung der Treiben

Hinweise zur Schussabgabe:

-- Waffen dürfen erst auf dem Stand geladen werden und sind nach

Beendigung des bzw. der Treiben sofort zu entladen;

-- Hinweis, ob Schussabgabe sofort nach Einnehmen des Standes möglich ist oder erst nach dem Anblasen ;

-- es ist verboten, in Richtung anderer Personen anzuschlagen oder zu schießen;

-- erkennbar krankes Wild muss in jedem Fall beschossen werden mit dem

Ziel der Erlegung (Vorrang des Tierschutzes);

-- Vermeidung zu weiter Schüsse;

-- bei der Schussabgabe ist auf einen ausreichenden Kugelfang zu achten

(eine Hecke oder Dickung ist dafür nicht ausreichend!);

-- Beachtung des Muttertierschutzes

Hinweis, dass der zugewiesene Stand bis zum Ende des Treibens

beizubehal- ten ist und Schützen ggf. wieder vom Ansteller abgeholt

werden

Hinweis, dass unsichere oder (vermeintliche) Fehlschüsse dem Ansteller nach

Ende des Treibens sofort mitzuteilen sind (wegen Kontrollsuche).

Anschüsse müssen unmittelbar nach dem Treiben – am besten mit Signal-

band oder einem weißen Papiertaschentuch – markiert werden.

Hinweis, dass bei schlechten Schüssen der Schütze erlegte Stücke zum Ta- gespreis kaufen muss.

Verteilung von Standkarten mit Ablauf, Regeln, wichtigen

Handy-Nummern (Jagdleitung, Ansteller, Notruf, Nachsuchenführer…)und

Angaben zur Beo- bachtung von Wild und zur Schussabgabe (auch

Fehlschüsse vermerken!!)


Bilanz

Die Bilanz des Jagdtages beim Streckelegen bzw. Verblasen der Strecke

soll- te sich nicht nur auf die Bekanntgabe der Strecke und den Dank an

die Betei- ligten erstrecken, sondern auch eventuelle Fehlleistungen

klar, aber sachlich ansprechen. Dies kann sich auf offensichtliche

Fehlabschüsse (Leitbachen, Böcke, führende Stücke) oder schlechte

Schüsse (flüchtig erlegtes und/oder zerschossenes Wild), extrem

ungünstige Trefferquoten oder auf jagdliches Fehlverhalten (z.B.

Verlassen von Ständen) beziehen.

Schützen, die gegen die vom Jagdleiter genannten Regeln und/oder

rechtliche Vorschriften verstoßen haben oder Fehlabschüsse getätigt

haben, sollten nach der Jagd in einem persönlichen Gespräch und in

aller Deutlichkeit ange- sprochen werden. Es wird dabei erwartet, dass

die Jagdleitung – unabhängig von betroffenen Personen – ihrer

Führungsverantwortung gerecht wird.